einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon marlene » 25 Sep 2010, 11:59

Oh mein Gott, du hast das so real wiedergegeben, dass man sich selber total in die Situation reinversetzen kann... 8o
Ich schätze mal so etwas wird man sein Leben lang nicht vergessen bzw. ganz verarbeiten können..
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Paolo » 25 Sep 2010, 12:18

Das ist wirklich extrem.
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Twiggy » 25 Sep 2010, 12:47

@Desi88
Vielen Dank, dass du hier so offen über die schrecklichen Ereignisse geschrieben hast. Ich musste weinen nachdem ich deinen Bericht gelesen hatte. Manchmal hat man einfach so unfassbar viel Glück im Leben und das hattet ihr zweifellos.

Als damals bestätigt wurde, dass LH-Crews in BOM festsitzen habe ich einfach nur gehofft, dass die Kollegen wieder heil nach Hause kommen. Ich kannte niemanden von ihnen aber ich habe mir so Sorgen gemacht und mir ist zu dem Zeitpunkt zum ersten Mal richtig klar geworden mit welchen Gefahren ausserhalb des Fliegens unser Beruf verbunden ist. Wir fliegen teilweise in Länder, die nicht sicher sind und wo plötzlich Situationen ohne Vorwahrnung eskalieren können - oft ist einem das gar nicht so bewusst.

flamingo hat geschrieben:Wurde Euch wenigstens hinterher seitens der Firma Betreuung angeboten? Das sind ja Erlebnisse, die man nicht unbedingt alleine verarbeiten kann.

Das würde mich auch interessieren. Es gab ja Unterstützung durch das CISM-Team, soweit ich informiert bin. Vielleicht magst du, Desi 88, ein wenig beschreiben wie das so abgelaufen ist, d.h. in welcher Weise und wie lange ihr unterstützt wurdet, wie hilfreich das wirklich war, etc. Ich stelle es mir unheimlich schwierig vor nach so einem Vorfall wieder "auf Strecke" zu gehen und auch den Alltag wieder "normal" zu bewältigen.

Auf meinem letzten Umlauf hat mir eine ältere Kollegin (seit 27 Jahren FB) von diesem "Lima-Vorfall" erzählt, bei dem eine Crew im Crewbus überfallen, alle Kolleginnen vergewaltigt und teilweise getötet wurden. Die Kollegin hatte zu dem Zeitpunkt gerade ihren LG abgeschlossen und ihr Einweisungsflug ging dann direkt nach dieser Geschichte nach Lima. Man hört schon immer mal wieder so furchtbare Geschichten, in denen Kollegen Opfer von Gewalttaten werden und das kann einem leider überall passieren. Ich bin da mittlerweile wirklich immer so was von froh und dankbar wenn wir wieder sicher und unbeschadet von einem Einsatz zurückkehren. Man muss aber wirklich auch aufpassen, dass die Angst durch diese ganzen Vorfälle nicht "mitfliegt" und man sich nicht zu sehr abschrecken lässt aber trotzdem sollte man immer auch ein wachsames Auge haben - das zu meistern ist schon nicht leicht.
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Jule » 26 Sep 2010, 08:36

Danke Desi88. Ich hatte Gänsehaut beim lesen. Ich hoffe für Dich, dass Dein Leben so ganz langsam wieder Normalität annimmt.

Und, ich hoffe, der ein- oder andere Einmal-User, die hier orbeischuat, um Infos "zu saugen", was man beim AC und beim Rollenspiel für perfekte Anztworten gibt, der liest sich diesen Beitrag ganz in Ruhe druch!!!! Nur, um zu sehen, was im Job wirklich auf ihn zukommen kann und überlegt dann noch einmal ganz genau, ob seine Berufswahl wirklich die richtige ist.

LG und schönen Sonntag, Jule
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Desi88 » 26 Sep 2010, 09:51

Hallo!

Erst mal danke für die netten Beiträge.

Ja wir bekamen sofort Cism zur VErfügung gestellt. Auf der Maschine von BOM nach FRA waren auch gleich ein paar vom Cism Team dabei. Sie haben gemeint sie sind da und wenn wir reden wollen, dann sollen wir sie einfach nur ansprechen. Sie wollen sich nicht aufdrängen. Fand icg ganz toll, denn ich für meinen Teil wollte erst mit keinem reden, ausser mit Kollegen. Ich persönlich habe mich mit der Crew die uns heimflog ganz viel unterhalten. Das fiel mir einfach leichter, weiß auch nicht wieso.

Als wir in MUC dann gelandet sind mit der ersten Maschine (war super, ein randvoller A321, mittelplatz. Wir sahen alle aus und haben nicht mehr so gut gerochen... Und alle lasen die BIld oder Süddetsche mit BIldern von Mumbai.), wurden wir von den ganzen Betreuern Empfangen, sowie von den Familienmitgliedern.

Jeweils einer vom CIsm Team hat dann ca eine Woche später bei mir angerufen und hat mich einfach erzählen lassen. SIe haben dann dazu kommentiert und eben erklärt, was nach einem SChock bzw Trauma in einem vorgeht und wie das heilen kann. Ich habe nur 2 mal den Anruf genutzt, weil es mir selbst einfach nichts brachte. Keinem von uns so wirklich. WIr hatten alle untereinander ganz viel Kontakt, und haben uns so geholfen. Denn jemand der nicht dabei war, wie kann der schon helfen? Es war jedenfalls nicht schlecht wie es angeboten wurde, aber sie waren wohl selbst ein bisschen damit überfordert. Den Eindruck hatten wir alle.

Ich habe vielen Leuten die Geschichte immer und immer wieder erzählt und somit habe ich das ganze verarbeitet. Ich bin ganz gut darüber hinweg gekommen, aber klar denkt man jeden Tag dran.

Geändert hat sich bei mir, dass ich einfach ängstlicher bin. Ich habe auch nachts oft Angst im Hotel nachts allein. Klingt komisch, da ich ja selbst nicht im Hotel festsaß, aber trotzdem. Meine Spleens sind jetzt, dass ich meine Türe nun immer absperre (was ich vorher nie tat), und die schritte bis zum nächsten Notausgang zähle bzw schaue wo der nächste ist und mi eine Alternative suche- Auch stelle ich nach dem Room Service mein Tablett nicht mehr vor die Tür, genauso wie ich kein "Do not disturb" SCHild mehr raushänge, da ich das Zimmer möglichst unauffällig halten möchte sodass man nicht gleich sieht, dass jemand drin wohnt. Das sind so Kleinigkeiten die ich vorher nicht hatte. GEnauso wie Handy und FirmenAusweis immer am Nachttisch liegen jetzt.

Aber trotz alledem, liebe ich das fliegen nach wie vor. Man ist vorsichtiger, aber das Leben geht weiter. Und so erschreckend es manchmal ist: ICh habe mir geschworen nie mehr zu jammern und sonstiges... Aber nach einer gewissen Zeit habe ich mich erwischt, dass ich mich trotzdem aufrege manchmal über Kleinigkeiten. Da merkt man, dass der Alltag einen eingeholt hat. Trotzdem lebe ich definitiv bewusster und bin vllt dankbarer fürs Leben als manch anderer.

ICh selbst ging 2 Wochen später wieder auf STrecke, da ich daheim wahnsinnig wurde. Ich brauchte Ablenkung. ICh stieg mit eine 5TT ein wieder. IC hahbe den PU vorher informiert dass es mein erster Flug seitdem ist und er ´hat mir super geholfen und die 5 Tage wahnsinnig angenehm gemacht. Mein Zweiter Flug nach BOM ging dann gleich nach Teheran. Ja also ich wollte es einfach wissen! Ist ja auch nicht das sicherste Gebiet. Bin mit einer guten Freundin zusammen dorthin. HAbe mich überhaupt nicht wohlgefühlt. Vor allem die Iraner sahen einen als Frau so komisch an u dann dachte ich glei der dreht durch. Also total absurd eigtl. Ahbe mit der Freundin im Zimmer geschlafen u so habe ich die NAcht gut rum gebracht.

Meine Firma kam uns sehr entgegen mit dem Wiedereinstieg. Sie sagten wir dürfen uns so viel Zeit lassen wie wir wollen, bis wir wieder einsteigen. Monate wenn es nicht anders geht. Fand ich ganz toll. Haben aber alle recht früh wieder angefangen auf Strecke zu gehen. Einer von meiner Crew hatte sich sogar dafür eingesetzt , dass er gleich wieder nach BOM fliegen darf. Seine Atr der Verarbeitung.

Die FRA und MUC Crew sowie die Crew die uns heimflog, wurden letztes Jahr im April zu einem Essen eingeladen in FRA mit dem VOrstand. Fand ich eine sehr nette Idee. VOr allem alle wieder zu sehen. Eine Kollegin war Hochschwanger und ich habe dann auch erfahren, dass ich ein Baby bekomme kurz darauf (Ironie des SChicksals nach allem irgendwie :) ).

Die MUC Crew in der komplett gleichen besetzung flog am 07.06.09 zusammen wieder on duty nach BOM. War ein suoer schönes Erlebnis. wir gingen an alle Orte zurück, wo jeder die nacht/nächte verbracht hat. Wir gingen auch zusammen ins Leopold essen! Da muss ich unserem Kapitän danken, der sich für diese Tour eingestzt hat.

Ja nach wie vor haben wir ab und zu Kontakt. Das verbindet einfach.

So hoffe die Fragen wurden alle beantwortet :)

Gruß
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Desi88 » 26 Sep 2010, 10:00

@Twiggy:

Der Lima Vorfall, von dem habe ich noch nie gehört! Das ist ja furchtbar! Ich habe shcon im Netzt geschaut, aber ich finde nichts dazu. Sind da wirklich Kollegen umgebracht worden und vergewaltigt? Da bekomme ich jetzt Gänsehaut! ?(
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Paolo » 26 Sep 2010, 11:00

Desi88, danke für deine Ehrlichkeit und für deine Offenherzigkeit, mit der du uns hier berichtest. Es ist einfach beeindruckend.
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon ExFAZ » 26 Sep 2010, 11:11

Holly_Golightly hat geschrieben:Darf ich fragen, warum Ihr auf die Erlebnisse in Mumbai bzw Bombay nicht näher eingehen wollt?
Vieleict interessiert es ja welche hier, wie ihr das erlebt habt.

Ich war selber nicht dabei. Ich hatte den FRA Flug eigentlich im Plan. Nach einer Planänderung wirde mir der Flug vorverlegt und der ursprümgliche Flug wurde einer LEhrgangskollegin gegeben. Ich hatte einfach wahnsinnige Schuldgefühle. Natürlich ist man erleichtert aber auf der anderen Seite lassen einen die Fernsehbilder nicht mehr los und denkt die ganze Zeit, dass man da jetzt eigentlich sitzen würde und jetzt die Lehrgangskollegin da sitzt.
Ist natürlich im Vergleich zu Desi88 was ganz anderes aber für mich waren die Wochen und Monate danach nicht einfach.
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Twiggy » 26 Sep 2010, 11:20

Danke für deine offenen Antworten, Desi88!
Schön zu wissen, dass sich die Firma so intensiv für euch eingesetzt und geholfen hat und ihr euch auch gemeinsam als Crew so gut unterstützen konntet, um die Sache zu verarbeiten. Freut mich zu hören, dass es dir trotz allem so gut gelingt dein Leben und den Job fortzuführen.

Deine "Vorsichtsmaßnahmen" machen mich sehr nachdenklich. Ich glaube, dass ich mir einige Dinge davon auch angewöhnen werde...

Darf ich noch fragen, inwieweit eure Angehörigen unterstützt wurden? Hat es mit der Benachrichtigung seitens LH geklappt? Wurden Angehörige mit Infos versorgt? Gab es Ansprechpartner?

Desi88 hat geschrieben:Aber trotz alledem, liebe ich das fliegen nach wie vor. Man ist vorsichtiger, aber das Leben geht weiter. Und so erschreckend es manchmal ist: ICh habe mir geschworen nie mehr zu jammern und sonstiges... Aber nach einer gewissen Zeit habe ich mich erwischt, dass ich mich trotzdem aufrege manchmal über Kleinigkeiten. Da merkt man, dass der Alltag einen eingeholt hat. Trotzdem lebe ich definitiv bewusster und bin vllt dankbarer fürs Leben als manch anderer.

Das kann ich gut nachvollziehen. Auch wenn ich selber noch nichts Vergleichbares erlebt habe, so ist mir erst durch die Fliegerei viel bewusster geworden wie gut wir es eigentlich haben und über was für Nichtigkeiten wir uns oft aufregen. Besonders wenn man in "armen" Ländern ist und die Menschen auf der Straße leben und Kinder betteln müssen dann fühle ich mich so schlecht und weiß es zu schätzen, dass ich zu Hause ein Dach über dem Kopf habe, das Wasser aus der Leitung trinken und vergleichsweise sorgenfrei leben kann. Und trotzdem verfällt man so leicht wieder dem Gejammere...:o ?(

Desi88 hat geschrieben:@Twiggy:
Der Lima Vorfall, von dem habe ich noch nie gehört! Das ist ja furchtbar! Ich habe shcon im Netzt geschaut, aber ich finde nichts dazu. Sind da wirklich Kollegen umgebracht worden und vergewaltigt? Da bekomme ich jetzt Gänsehaut! ?(

Das hat mir die Kollegin zumindest so berichtet. Muss so fast an die 30 Jahre zurückliegen. Ich habe auch schon im Netz geschaut aber nichts darüber gefunden :kratz:
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon ciel » 26 Sep 2010, 11:29

Danke für eure offenen Berichte!

Ich habe zum Glück noch nie etwas wirklich Schreckliches erlebt, aber schon von einigen Kollegen deren einschneidende Erlebnisse berichtet bekommen.

Hat jemand von euch schonmal richtig schlimme Turbulenzen mitgemacht, wo es Verletzte gab?
Das muß ja auch schrecklich sein...und kommt gar nicht mal sooooo extrem selten vor, sagt man.

Die Presse kriegt da aber meistens nichts von mit. ;)
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Desi88 » 27 Sep 2010, 08:51

Hallo!

Also mit der Benachrichtigung Angehöriger, hat es mal s gar nicht funktioniert.... ICh hatte es sogar geschafft meiner Mutter als selbst zu erzählen, was passiert ist. Sie dachte erst ich bin betrunken, denn BOmben, SChüsse und so kann nicht sein.

Ja meine Mutter ist dann total panisch geworden und hat bei LH angerufen, hatte aber keine Nummer von FOC. (Also immer schön den engsten Leuten die Nummern geben vom Teamtisch...). SIe kam dann beim CHeck in SChalter raus u die dachten dann ganz klar, das ist eine Irre. Dann hat sie über meinem Vater ebim HON Circle angerufen, ob die ihr weiterhelfen können. ABer keine wusste irgendwas. MEine Mutter wurde selbst auch nie angerufen, und es wurde nie berichtet was jetzt passiert mit ausfliegen usw...

Ich hielt soweit es ging mit dem Handy des Australiers Kontakt mit ihr.

Ja das Krisenmanagement hat uns (mich und A.) 2 mal glaube ich angerufen in der Nacht und uns gut zugeredet. Sie haben auch jedem eine SMS geschickt, wie wir uns verhalten sollen. Habe ich 8 Wochen später als ich mein Handy wiederbekam gelesen.

Ja also es war schon schlecht die Kommunikation. Aber gut man muss bedenken, dass sie wrsl hoffnungslos überfordert waren u so damit beschäftigt uns da raus zu holen, dass sie das in dem Moment nicht für wichtig ansahen.


Ja so anbei, weil jmd geschrieben hatte er hätte BOM gehabt, hat aber dann Planäderung bekommen:
Ich hatte BOM aus der RES12 bekommen und habe mich gefreut wie ein SCHneekönig, da ich mit meiner Seniorität so etwas nie bekommen hätte aus dem request. Und A. mit der ich die ganze Nacht verbracht habe, hatte es kurzfristig aus dem SB bekommen... Hat alles so sein sollen.
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Twiggy » 27 Sep 2010, 11:15

@Desi88
Nochmal vielen Dank und Respekt für deine Offenheit!

Schade, dass es mit der Kommunikation (Benachrichtigung Angehöriger) nicht so geklappt hat wie es eigentlich vorgesehen ist. Auch wenn so etwas glücklicherweise nicht alle Tage vorkommt und man in solchen Situationen die Schwerpunkte anders setzt, so ist gerade die Aufrechterhaltung der Kommunikation der Job vom Krisenmanagement auf den man sich eigentlich verlassen können sollte!
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon shocan » 30 Sep 2010, 13:50

Desi - vielen vielen Dank für deinen Bericht.

Die Bombay-Geschichte damals hat mich auch sehr bewegt, da ich ja in NB war und zu der Zeit gerade 2 Wochen zuvor in BOM war, auch im Taj-Hotel etc. Eine Lehrgangskollegin von mir hatte den 'Rückführungsflug' der verletzten Kollegen aus BOM - sie hatte ursprünglich wohl DEL, die Crew wurde dann von DEL ferry nach BOM geflogen und dort haben sie die Kollegen aufgesammelt. Was sie so erzählt hat hat mich auch ganz und gar nicht kalt gelassen :( - sie wurde damals ebenfalls zu diesem Essen eingeladen.

Toitoitoi, man kann nur hoffen, dass so etwas nicht nochmal passiert und man kann nur hoffen, dass man selbst und alle Kollegen nicht in sowas verwickelt werden. Wir fliegen ja jetzt wieder BOG, da hat eine Freundin auch gleich ne Horrorstory auf Lager gehabt, als sie damals, noch als Kind, mit ihren Eltern und ihrer Schwester unterwegs war. Da wurden sie auch überfallen, mit Messer etc, aber es ging glücklicherweise nur ums Geld und niemand wurde verletzt. Trotzdem prägt sowas tierisch, ist ja klar!
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon FlyingManiax » 30 Sep 2010, 16:08

Danke, dass Du uns das erzählt hast, Desi :bussi:
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Muli90 » 30 Sep 2010, 17:04

vielen dank für diesen bewegenden und ehrlichen bericht...
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon epericolososporgersi » 01 Okt 2010, 12:52

Mich haben deine Berichte sehr nachdenklich gemacht. Sicher, es ist für Euch gut ausgegangen, aber ich bin mir sicher, dass für niemanden das Leben danach noch das gleiche war, wie davor.

Danke für Deinen Bericht.
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon FlyingManiax » 02 Okt 2010, 22:44

Darf ich noch fragen, ob ihr alle noch in der Fliegerei seid oder manche gegangen sind? Sei es wegen der Angst vor einer Wiederholung oder weil man eben noch Mal "echte" Lebensträume jenseits der Flugbegleiterei anpacken wollte.
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon Desi88 » 03 Okt 2010, 09:02

@FlyingManiax: Nein es fliegen ausnahmslos alle noch :). Jeder dachte sich wohl : Jetzt erst recht ;). Bis auf meine P2, die musste 1 Jahr später in Rente gehen...
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon time » 09 Okt 2010, 22:49

Desi88 hat geschrieben: Bis auf meine P2, die musste 1 Jahr später in Rente gehen...
Deswegen oder aus Altersgründen?
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Re: einschneidende Erlebnisse in der Fliegerei

Beitragvon mollete8888 » 11 Okt 2010, 00:31

Schlimm, die Geschichte in Bombay.
So etwas vergisst man nie.

Zum Thema: Für mich war es schlimm, einen grossen Teil von Tsunami-Überlebenden an Bord eines Zubringers an Bord zu haben. Es war eine ganz komische Stimmung an Bord. Die Gesichter der Menschen waren furchtbar, in ihren Augen stand noch immer der Schrecken oder die Trauer. Einige waren verletzt. Es war ganz fürchterlich für mich und auch den Rest der Crew. Wir bemängelten im Anschluss bei unserem AG, dass uns niemand darüber im Vorfeld informierte hatte, dass wir Menschen aus Thailand nach Hause fliegen würden ( Zubringer FRA-HAJ ). Wir hatten das erst beim Boarding bemerkt aufgrund von Bemerkungen der Passagiere. Es fiel mir schwer, den Service zu machen - bei 35 Min. Rennstrecke fand ich es fast schon respektlos, so hektisch an diesen Menschen vorbeigehen zu müssen mit meinem Trolley. Eine Frau weinte im Landeanflug.
Ich werde das nicht vergessen.
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