So, mal wieder ein paar Zeilen von mir und meiner Check-In Tätigkeit..
FR, 20.07.2007
Dienst: 05.00 – 12.00 Uhr
Es ist mal wieder FR.. Schon wieder ist eine Woche vorbei. Gestern begann wieder meine Schicht. Diese Woche ist sie angenehm kurz. Da ich am WE einen seit langen geplanten Reitlehrgang habe, habe ich mich rechtzeitig darum gekümmert, dass ich diese zwei Wochenenddienste wegtauschen konnte. Einen Tag arbeitet eine Kollegin für mich und den zweiten Tag habe ich von meinen Feiertagsüberstunden frei nehmen können.
Gestern Nacht ging hier bei München nachts ein irrsinniges Gewitter drüber und ich konnte somit die halbe Nacht nicht richtig schlafen. Dementsprechend übermüdet habe ich mich dann heute Früh in die Arbeit geschleppt. Auf dem Weg zum Flughafen hingen immer noch dunkle Wolken über dem Erdinger Moos und Blitze krallten sich ins Land..
Auftrag: Quick Check-In Service Schalter von 05.04 bis 8.21 Uhr
Wie fies, 3,5 Stunden an meinem persönlichen „Lieblingsschalter“. Dieser Schalter ist ein großer Favorit, als unbeliebtester Schalter in München die diesjährige Auszeichnung zu bekommen… Unbeliebt bei uns Angestellten. Dort trifft sich alles! Grundsätzlich. Der eigentliche Tätigkeitsbereich liegt darin, dass wir Gästen weiterhelfen, die an den Automaten Probleme haben und bei denen auch die Guides nicht weiterhelfen können. Etix wird nicht gefunden, Reisepartner wird nicht eingecheckt, Weiterflug klappt nicht, Gepäck wird nicht durchabgefertigt…
In Wahrheit sieht das so aus, dass man überrannt wird an dem Schalter. Die meisten Gäste wollen einchecken, ohne es überhaupt am Automaten versucht zu haben, dazwischen Tickets, die definitiv nie am Automat eingecheckt werden können, hier ein Gast zu spät, da eine Frage, da ein Umbuchungswunsch, „Sie, können Sie mir hier mal helfen“, „Sie, können Sie mir dort mal helfen..“ Dazu muß gesagt werden, dass ich in dem Moment dann aber auch gerade einem Passagier am Computer weiterhelfe…
Und man muß immer gucken, wer sich so anstellt, wenn einer der Guides gerade mit Gästen beschäftigt ist. Ehe man sich versieht, kann es passieren, dass plötzlich 30 Leute vor dem Schalter stehen und einchecken wollen, weil sie denken, ich bin der einzige Check-In Schalter. Also immer wieder Gäste sortieren, zu den Automaten weisen, den Weg zu Germanwings erklären oder zu Condor. Man ist sozusagen auch ein präsenter Informationsschalter..
Pünktlich löst mich meine Kollegin ab und ich kann in die Pause gehen.
2. Auftrag: Pause 08.28 bis 9.13 Uhr
Ich hole mir ein trockenes Brötchen und einen Kaffee beim Bäcker. Auf mehr habe ich gerade keine Lust. Lieber möchte ich in meiner Pause ein wenig nach Sommerklamotten in einem der Bekleidungsgeschäfte schauen. Ich werde auch fündig und vereinbare, die Sachen mittags nach Dienstende abzuholen. Fröhlich mache ich mich anschließend auf zu meinem nächsten Auftrag. Die Pause ist schnell vergangen…
3. Auftrag: Einsteiger für eine Lufthansa Maschine nach TIA 9.30 bis 10.50 Uhr und Folgeauftrag Manifestierer für eine Lufthansa Maschine nach ESB von 10.10 bis 11.10 Uhr…
Komisch, denke ich mir, das passt irgendwie nicht zusammen… Ich rufe bei der Einteilung an und bitte darum, sich das Ganze noch mal anzuschauen, ob das so beabsichtigt ist. Irgendwie geht das zeitlich nicht aus, meine ich.
Die Einteilung meint, sie prüft das und ich soll bitte meinen Auftrag in ein paar Minuten noch mal abhören..
Kurze Zeit später höre ich die Aufträge noch mal ab und traue mich es ja gar nicht, euch das hier reinzuschreiben… *hüstel* Jedenfalls wurde der Einsteigerauftrag rausgenommen, die ESB Maschine bestätigt und ich sollte bis dahin mich im Aufenthaltsraum aufhalten auf standby, falls kurzfristig irgendetwas anfällt. Es bleibt Zeit für einen Plausch mit ein paar Kollegen und man kann ein wenig Zeitung lesen.. Ich habe Glück, nichts Kurzfristiges fällt an und um 10.00 Uhr mache ich mich auf den Weg zu meiner Ankara Maschine. Ich bin dort eine Stunde insgesamt eingeteilt. Das hört sich nach Großkampf an, Überbuchung etc. Auf in den Kampf…
Auftrag: Manifestierer für eine Lufthansa Maschine nach Ankara 10.10 bis 11.10 Uhr.
Erst einmal laufe ich in die falsche Richtung, weil Perseus mir das falsche Gate angesagt hat. Ich stehe vor 19 und erfahre, dass es einen Gatechange auf 40 gab… Ich grummel. Was man nicht im Kopf hat, muß man wohl in den Beinen haben. Selber schuld, denke ich mir. Hätte ich mal rechtzeitig auf der Abflugtafel nachgeschaut, hätte ich mir den Weg erspart… Wenig später komme ich am Gate an und alle Gäste scheinen schon da zu sein.. Und noch viel mehr Gäste. Recht schnell merke ich auch, warum das so ist.. Ursprünglich war die Istanbul-Maschine auf meinem Gate geplant gewesen. Viele der Gäste haben dies aber anscheinend noch nicht mitbekommen oder richtig koordiniert. Die ersten Fragen beziehen sich grundsätzlich auf das Gate der IST… Ich mache eine Ansage bzgl. beider Maschinen und der dazugehörigen Gates. Einige der Pax haben natürlich trotzdem nicht zugehört und kommen zum Gate, um noch mal nachzufragen… Vier oder fünf Ansagen mache ich im Laufe meines Gateauftrages.. Warum schaut denn niemand auf die Abflugstafeln, die überall im Terminal stehen, frage ich mich irgendwann entnervt… So, M/Cl. ist voll. Es müsse Gäste upgegradet werden. Da keiner freiwillig mit Meilen upgraden möchte, müssen wir Courtesy UPGs verteilen. ***Hm, ungut***. Ich setze ein paar Gäste „hoch“. Nachher beim Einsteigen kommen hoffentlich die neuen Sitzplätze automatisch aus dem kleinen Drucker bei der Boardingcontrol.
Halbe Stunde vor Abflug kommt mein Einsteiger mit einem Trainee zum Gate. Ich betreue sie gleich mal mit Eagle, unserem Gepäcküberwachunssystem. Wir haben einen WCHC an Bord. Ich rufe bei Medicus an, wie es mit dem Boarding aussieht und wann die Kollegen da sein können. Bei Medicus geht es gerade drunter und drüber. Die nächsten Minuten wird das leider noch nichts. Ok, also afterboarding. Das tut mir für den Passagier sehr leid, aber ich kann leider nicht so lange mit dem Einsteigen warten, bis jemand kommt. Das hieße ein Delay von wahrscheinlich 30 Minuten oder so..
25 Minuten vor SD. Wir bekommen Einsteige-O.k. vom Kapitän und legen los. Ich informiere ihn noch über das Afterboarding des WCHC. Der Trainee hat noch nicht so viel Erfahrung. Es muß genau geprüft werden, ob die Gäste ein Etix haben oder irgendwo ein Papierticket geliftet werden muß. Nebenbei muß auch das Handgepäck geprüft werden. Ein Stück pro Pax. Wenn jemand mehr als einen Trolley hat, muß er sich leider davon trennen. Ist mir egal, ob es beim Hinflug nach MUC keine Probleme gab… Wir sind leider voll gebucht und dann gilt die Ein-Handgepäck-Regelung in der Eco.. Nein, leider auch für SENs heute… Wo soll denn sonst das ganze Zeug bloß hinpassen. Die Boardingcontrol gibt einen Warnton. Aha, einer der UPGs. Er fliegt mit seiner Frau zusammen. Das war leider nicht ersichtlich im PC. Ob er trotzdem in der C/Cl. sitzen möchte, frage ich. Er möchte mit seiner Frau zusammensitzen, sagt er mir. Da diese jedoch ein Award-Tix hat, darf sie nicht upgegradet werden. Somit sage ich dem Gast, dass er dann aber wieder mit seinem M/Cl. Sitz zufrieden sein muß.. Das wäre im egal.. Ok, downgrade und wir müssen schnell jemand anderen finden, den wir in die C/Cl. setzen können.. Nervös kucke ich auf die Uhr. Der Trainee ist nicht so zügig mit Boarding, wie ich mir das wünschen würde… Zwischendurch piept auch immer mal die Boardingcontrol und es steht ein verirrter Istanbul-Gast im Lining…
10 Minuten before SD. Aha, Medicus ist endlich da… Wir sind noch mitten im Boarding und der Finger ist noch ganz verstopft. Kein Durchkommen für einen Rollstuhl. Also doch weiterhin ein Afterboarding. Genau zur Abflugszeit geht der letzte Pap durch die Boardingcontrol. Medicus ist mit dem WCHC auch schon auf dem Weg nach unten zum Flieger. Ich gebe im HubControlCenter Bescheid, dass wir leider ein Afterboarding haben und es noch ein wenig dauern kann.
Wir zählen die Tix aus. Mist, ein Tix fehlt… Schnell eine Liste ausdrucken und abstreichen. Solange der Flieger noch da ist, können wir das Tix noch nachträglich liften. Mein Einsteiger läuft runter, um das Ticket zu holen. Fünf Minuten später ist sie wieder da und meint, dass Medicus immer noch mit dem WCH im Flieger ist und das es bestimmt noch 5 Minuten dauert. Aber das Tix habe sie und lächelt. Ich rufe noch mal im HCC an und gebe die Infos bzgl. des WCH durch zur Berechnung der neuen Abflugszeit.
Mit 15 Minuten Delay geht die Maschine von den Blöcken und wir sind sichtlich erleichtert. Mal wieder eine wunderbar chaotische Maschine…
Ich gehe Tickettüte und die Papiere ablegen und kann anschließend nach Hause gehen. Eine halbe Überstunde. Wie schön, freue ich mich…